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Wohnen

Gedanken zum Mehrgenerationen-Wohnen

Unter „Mehrgenerationenwohnen“ verstehen wir gemeinschaftliches Wohnen mehrerer Altersgruppen im Rahmen eines Wohnprojekts. Dr. Josef Bura, Berater vom „Forum gemeinschaftliches Wohnen“ empfiehlt Projektgründern altershomogene Gruppen zu bilden. Er favorisierte die Umsetzung von altersheterogenen Gruppen mit dem Argument: „sonst landet man in einem Altersheim, in das kein jüngerer älterer Mensch einziehen will.“

 

Ziele des Mehrgenerationenwohnens sind u.a.

1. Alte, mittelalte und junge Menschen, die quasi unter einem Dach leben, sind füreinander da und unterstützen sich gegenseitig (Stichworte: Babysitten und Kinder betreuen, Einkaufen und Kochen mit gemeinsamen Mahlzeiten, Ausflüge/Aktionen mit anderen planen und durchführen, Tauschen von Dienstleistungen, z.B. Hilfe am PC gegen Marmelade kochen, usw…).

 

2. Den Mitgliedern des Wohnprojektes steht langfristig spekulationsfreier, sicherer und günstiger Wohnraum zur Verfügung.

 

3. Viele unterschiedliche Eigeninteressen und Stärken kommen zusammen, die sich ergänzen (der eine ist gerne künstlerisch, der andere handwerklich tätig, wieder andere organisieren gerne …). Deshalb ist ein Wohnprojekt eine Gemeinschaft, die sich im Prozess (weiter-) entwickelt und durch das Interesse füreinander wächst und an Kraft gewinnt.

 

4. Wer in einem Mehrgenerationenwohnprojekt aufgenommen werden will, dem wird ein Bekenntnis zu folgenden „Grundeinstellungen“ abverlangt:

  • Interesse an einer verbindlichen Gemeinschaft mit selbstbestimmten Regeln und der Bereitschaft Konflikte zu bearbeiten. (Die Vorstellungen jedes Einzelnen hinsichtlich Nähe und Distanz, Gemeinsamen und Privatem werden respektiert.)

  • Mitgestaltung des Zusammenlebens

  • Gegenseitige Unterstützung und Hilfe im Alltag (soziale Verantwortlichkeit leben)

  • Sich um ökologisch verantwortliche Lebensweise bemühen (z.B. Parkplätze werden beschränkt auf etwa ½ Parkplatz pro Wohneinheit oder weniger und durch gemeinsam genutzte Autos ergänzt)

  • Durch gemeinschaftliches Nutzen oder Ausleihen von Gebrauchsgegenständen (z.B. eine gemeinsame Waschmaschine, einen Trockner, eine Küchenmaschine, einen Rasenmäher, eine Bohrmaschine usw…) Ressourcen sparen und nachhaltiger Leben.

Im Wohnprojekt gibt es voneinander abgeschlossene Wohneinheiten und möglichst ein Teil der Wohnungen mit öffentlichen Mitteln gefördert. Darüber hinaus werden alle Möglichkeiten Zuschüsse und öffentliche Gelder für die Gemeinschaftsflächen zu bekommen, ausgeschöpft.

Ein Wohnprojekt benötigt zumindest einen Gemeinschaftsbereich mit einer Gemeinschaftsküche, je nach Größe des Projektes ein oder zwei Gästezimmer, einen Wasch- und Trockenbereich, eine gemeinsame Werkstatt, ein Gartenhaus bzw. Schuppen für Gartenwerkzeuge, Fahrräder u.a., einen Bibliotheks- und Leseraum …. Je nach Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten ein gemeinsames selbst betriebenes Café oder Bistro, usw….. Die verschiedenen Gemeinschaftsräume und die gemeinsam genutzten und gemeinsam gepflegten Außenanlagen bilden Orte der Begegnung und des Miteinanders, auch im Hinblick auf die übrigen Bewohner des Wohnumfeldes.

Zusammengefasst von Gisela Leonhardt und abgestimmt mit Uschi Uhlig und Karin Hesse

 

Stand: 18.08.2018

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